Familie Slickers  
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Geschichte

Erdentwicklung:
Clörath liegt in der Niederrheinischen Tiefebene. In grauer Vorzeit muss es einmal ein Meer gewesen sein, da man versteinerte Meerestiere und Muscheln fand. Irgendwann einmal hob sich der Boden wieder und das Meer verschwand wieder. Nun ergoss sich Rhein und Maas in die Ebene. Sie hatten noch kein festes Bett und wechselten immer mal wieder die Stromrinnen. Der häufige Wechsel der Stromläufe in dem ebenen Lande verursachte eine aus­gedehnte Versumpfung. Es entstanden die wasserreichen und moorigen Bruch­strecken, die heute die Niers auf ihrem Lauf begleiten.
Die folgende Eiszeit, das Diluvium der Erdentwicklung, brachte unserer Heimat wahrscheinlich eine mehrfache völlige Vereisung. Bei Hüls lag die Zunge eines Riesengletschers, der sich im Rheintal über Duisburg bis Ratingen und Düsseldorf vorgeschoben hatte. Die Wasser von Rhein und Maas stauten sich vor den Eismassen und bildeten an den Rändern weite Seen, in denen die mitgeführten Geröll- und Schuttmassen sich ablagerten. Auf Gletschervorstöße folgten Schmelzperioden. Als sich das Eis in der letzten Abschmelzperiode etappenweise zurückzog, wurden für den Ablauf der bisher gestauten Wasser neue Wege frei. Gerölle, Sand und Lehm bedeckten am Ende der Eiszeit unsere Gegend. Diese Ablagerungen bilden heute auf weiten Strecken die Oberfläche des Landes und üben großen Einfluss auf die Beschaffenheit des Bodens aus. Der Lehm bildet gewöhnlich die oberste Lage des Diluviunes und macht den Boden fruchtbar. Wo der Lößlehm später abgeschwemmt wurde, blieb der weniger fruchtbare Schotterlehm übrig, mit dem weite Bruchstrecken bedeckt sind. Hier haben sich ausgedehnte Moortorf- und Moorerdeflächen gebildet. An anderen Stellen ist aus dem Lehm durch das stehende Wasser und die Humussäure die Grauerde ent­standen, eine tonige Bodenart, die das Wasser schlecht durchlässt und weniger fruchtbar ist.

Pflanzen und Tierwelt:
Die Pflanzen- und Tierwelt des Diluviums war der heutigen im Ganzen ähnlich. Einige Moose, Weiden und Birken wiesen wohl eigentümliche Formen auf. Die Niederungen waren von großen Säugern bevölkert wie das Mam­mut. In Mönchengladbachladbach und Korschenbroich fand man seine Überreste.
Tiere der Urzeit Tiere der Urzeit
Riesige Hörner des Auerochsen entdeckte man in Schiefbahn. Am Bökel (Gibbermühle) kamen 1928 zwei versteinerte Kieferknochen mit Zähnen und ein Gliedknochen des Elchs oder Elens zutage. Daneben gab es Rhinozeros oder Nas­horn, Rentier, Riesenhirsch, Höhlenbär und Höhlenlöwe.

Die erdgeschichtliche Entwicklung, in der das Wasser die Hauptrolle spielte, macht das heutige Bild unserer Heimat verständlich. Im laufe der Zeit trat die Entwässerung ein, und nach und nach gruben die Flüsse sich tiefere Rinnen und zogen das Wasser der Umgebung an sich. Noch im Jahre 1254 sandte der Rhein seinen Westarm zwischen Kleinenbroich und Schiefbahn hindurch in das heutige Tal der Niers. Erst als sich der Rhein am Ende des 13. Jahrhunderts ein neues Bett grub, versumpfte der alte Rheinarm und bildete das große Bruchgelände von Kaarst, Kleinenbroich, Schiefbahn und Neersen, das man später die Nordkanalniederung nannte. Selbst der bescheidene Flöthbach floss in alter Zeit in einem Bett dahin, das nur an einzelnen Stellen auf Furten überschritten werden konnte. Eine solche Furt befand sich in Vennheide bei Furthof, der von diesem Übergang seinen Namen hatte.
Aus den Brüchen und Wiesen ragten hier und da kleinere und größere Erhebungen inselartig heraus, die sogenannten Donken. Der Name ist sehr häufig in der Niederung der Niers zwischen Deutschland und der Niederlande.  Die Bedeutung ist immer dieselbe. Donk ist das Land, das sich aus dem umgebenden Wasser und Bruch heraushebt. Doch scheint das Grundwort zunächst eine Siedlung oder ein Haus bezeichnet zu haben und viel später wurde die Bedeutung von Sumpf, Wasserfläche, Er­hebung aus dem Wasser daraus.

Klima:
Die geographische Lage weist unsere Heimat dem atlantischen Klimagebiet zu. Die ausgleichende Wirkung des Ozeans verhindert die scharfen Gegensätze. Vorherrschend sind verhältnismäßig milde Winter und warme Sommer. Die Nähe des Meeres macht sich auch in der hohen Luftfeuchtigkeit bemerkbar. Das Jahresmittel der relativen Luftfeuchtigkeit erreicht in Willich ca. 79 Prozent. Der Westwind ist das ganze Jahr über vorherrschend. Von Februar bis April treten östliche und nordöstliche Winde stärker auf. Sie verzögern den Einzug des Frühlings und verursachen Temperaturrückschläge. Die Süchtelner Höhen bilden eine natürliche Barriere gegen Westen und veranlassen so manche Regenwolke einen weiten Bogen um Clörath zu machen. Somit haben unsere Bauern oft einen höheren Anteil an Bewässerungskosten als anderswo.

Frühgeschichte:
Erste Bewohner:

Jäger, Fischer und Früchtesammler waren in der mittleren Steinzeit die frühesten bekannten Bewohner unseres Heimatgebietes, wie eine von Albert Steeger 1934 .bei St. Hubert entdeckte und ausgegrabene Niederlassung beweist. Sie wechselten häufig ihren Wohnsitz um ihr Leben fristen zu können. Um 2200 v. Chr. erschien die erste sesshafte Bevölkerung, Ackerbauern und Viehzüchter, die für ihre Ansiedlungen den Lößboden bevorzugten und Tongefäße mit Bandornament herstellten. Sie kamen aus dem Donauraum und siedelten im linksrheinischen Kölner Gebiet, im Jülicher Land und an der Rurrmündung. Ihre Werkzeuge aus Stein fand man bei Uerdingen, Gellep und Fischeln. Um 2000 v. Chr. lösten sie nordostische Leute ab, deren Tongefäße Schnurverzierungen trugen, und westische Leute, die die Metallkultur mitbrachten, erste Geräte und Waffen aus Kupfer und Bronze. Funde aus dieser Zeit, die bis etwa 1100 v. Chr. reichte, wurden nur vereinzelt in unserer Umgebung gemacht. Aus der folgenden Hallstattzeit oder ältesten Eisenzeit bis etwa 500 v. Chr. traten in unserer Heimat zahlreiche Überreste menschlicher Tätigkeit zutage. Begräbnisplätze wurden bei Krefeld, Gellep und Fischeln aufgedeckt.

Keltensiedlung

Kelten und Römer:
Im 5. vorchristlichen Jahrhundert wurden mit einer neuen Völkerwelle die Kelten in unsere Heimat getragen. Sie gehörten mit den Germanen, Slawen, Römern, Griedien, Persern und Indern zur indogermanischen Völkerfamilie. Im 4. Jahrhundert v. Chr. saßen sie schon in ganz Westeuropa. Spuren ihrer Sprache finden sich noch heute vielfach in unserer Heimat, wo sie an Höfen, Flüssen und Bächen, Wäldern und Fluren haften. Das Wort Donk stammt aus der Sprache der Kelten. Ebenso soll der Name Kehn keltisch sein. Man leitet ihn von cenna ab, das Schilf oder Rohr bedeutet. Die großen Lachen, die sich zur Regenzeit mit Wasser füllten, nannten die Kelten ley. Im Althochdeutschen hießen sie lacha, im Niederdeutschen lak. Eine andere Flußbezeichnung der Kelten war ner oder nir, Wortstämme, die sich in Niers wiederfinden. Der Keltische Wassername war auch mel, der sich als mal, miel, mol und mül in rheinischen Ortsnamen erhalten hat. Er hat unserem ursprünglichen Heimatgau, dem Mülgau, seinen Namen gegeben. Das Bruch nannten die Kelten venne, ein Wort, das in Vennhof und Vennheide wiederkehrt.